20150721
fernweh
08:27 Uhr. Ich vermisse Langeneß. Langeneß, Süderhörn, Treuberg mit seinen Gruselgeschichten. Ich vermisse das Watt mit den gruseligen Krebsen, die Ökos mit dem tollen Seesternaquarium, die Seilbahn. Ich liebe den salzigen Geruch der Luft dort, die Priele und Gräben, die Rinder und Kühe. Es ist einfach toll, wenn man die große Straße entlang läuft, die sich 10 km vom Lohrenplatz bis zur Rixwarf zieht. Abends kann man den Sonnenuntergang über Föhr angucken und in der Nacht sieht man dann das helle, einsame Blinken des Leuchtturms. Ich will wieder zu Micky und Petra, den wahrscheinlich herzlichsten Menschen, die ich bisher kennen lernen durfte. Ich vermisse Petras Wattwürmer und Mickys Witze. Am Sonntag, wenn Neue angekommen sind, reiten wir immer zuerst auf der Wiese von Süderhörn. Dann rufen wir immer "Ast" oder "Halligexpress" und jeder muss sich ducken bzw. abspringen. "Ast" ist ehrlich gesagt ziemlich unnötig, wenn man bedenkt, dass es auf Langeneß im Prinzip keine Bäume gibt, aber es ist witzig. Manchmal fahren wir mit Emma der Lohre rüber nach Oland. Auf dem Weg essen wir immer Waffeln und trinken Apfelsaft. Dann gucken wir uns den Friedhof und die Kirche an, den kleinen Hafen und manchmal wenn man Glück hat, hat sogar der Kiosk auf. Letztes Jahr haben wir jeden Abend "Phase 10" gespielt und manchmal auch "Werwolf". Ich liebe dieses Spiel. Und Süderhörn und Langeneß.
20150719
nie wieder
Unsere Waage ist kaputt. Wahrscheinlich ist eher die Batterie leer und ich fühl mich wie ein fettes, ekelhaftes Wesen.
Wieso kann man nicht von heute auf morgen dünn sein? Wieso fühl ich mich so ekelhaft? Wieso bin ich so fett?
Ich will nicht mehr länger so abartig sein. Ich will wenigstens unter die fünfzig kg (ohne Waage wirds kritisch. Haha). Ich will dünn sein. Wieso ist das so schwer? Ich hab einfach null Disziplin, null Ausdauer. Ich gebe ständig auf. Wieso? Wieso bin ich so ein Versager? Man sieht ständig Bilder von dünnen, wunderschönen Menschen. Und dann sieht man sich selber und fühlt sich so unendlich missraten und widerlich. Ich will auch mal irgendwas beweisen. Irgendwie zeigen, dass ich genug Ausdauer und Stärke habe. Ich will nicht länger das hässliche, fette, abartige, ekelhafte Mädchen sein. Ich will nicht länger die lebendige Modesünde, die Wiedergeburt der Hässlichkeit sein. ICH WILL DOCH NUR DÜNN SEIN. ich will mich doch nur nicht länger verstecken müssen. Nicht in der Schule, nicht auf Fotos. Ich bin so verdammt unbedeutend. So sinnlos. Ich will dünne Oberschenkel, dünne Finger, dünne Arme. Einfach einen dünnen Körper. Ich will unsichtbar werden. Falls mir jemand helfen will ein Sportplan auszuarbeiten, immer gerne. Falls irgendjemand mir helfen will diszipliniert zu werden, bitte tut es. Tut mir leid für das da.
PS: Irgendwie versteh ich die Handlung von "Skyfall" nicht.
PPS: Hört euch niemals "I Love You" von OMFG an. Das Lied ist nervig und ein guter, hartnäckiger Ohrwurm.
20150716
veränderungen und ziele
Gestern war toll. Einfach super. R. ist super gut gelaufen (ich bin ohne Sattel geritten) und ich hatte so viel Spaß wie schon lange nicht mehr. Ihr Trab ist wirklich total gemütlich (Im Gegensatz zum Tölt), obwohl sie noch voll wenig Rückenmuskulatur hat. Irgendwie hab ich mich wie auf Langeneß gefühlt. Ich freue mich schon so sehr auf die letzte Ferienwoche wenn M. und ich Micky und die anderen besuchen, auch wenn es für einen Tag ist.
Irgendwie hasse ich dieses Gefühl, wenn man alles an sich verändern will. Einfach ein komplett neuer Mensch werden. Selbstbewusster, bessere Noten, eigener Stil. Und irgendwie hab ich gerade so eine Phase. Ich will viel lernen. Vor allem Latein und Griechisch. In Latein bin ich noch gerade so an einer vier vorbei, Griechisch will ich einfach aus Prinzip wiederholen. Ich bete, dass wir wenigstens unseren Physiklehrer behalten, bei ihm hab ich das nämlich zum ersten mal so halbwegs verstanden. In Englisch werde ich auch irgendwas wiederholen und vor allem tbbt auf Englisch gucken und "The blood of Olympus" lesen, obwohl i. gespoilert hat UND ZWAR ZIEMLICH HEFTIG (Ich meine, wenn ich frage was in dem Teil passiert verrät man doch nicht als erstes wer stirbt •-•). Eigentlich will ich nach den Sommerferien einfach sagen können, dass ich mich bemüht habe zu lernen und mich zu verändern. Ich will endlich mehr Disziplin haben, regelmäßig joggen gehen, irgendwie meinen eigenen Stil finden, mit mir zufrieden sein. Ich will nicht als komplette Versagerin in die neue Klasse gehen. Ich will stolz sein können, auf das, was ich erreicht habe.
20150715
einfach nur wir
Letzter Tag mit meiner "c". Ein letztes Mal alle in den Arm schließen, schöne Ferien wünschen und gemeinsam zu den Fahrrädern laufen. Die kühlen, alten Flure entlang, an den anderen 8ten vorbei in die Freiheit. Ich weiß nicht, wieso ich nicht geweint habe. Vielleicht hab ich mich mittlerweile damit abgefunden. Vielleicht hab ich mich die letzten Tage schon "ausgeweint". Vielleicht war ich auch einfach zu enttäuscht, traurig und wütend um zu weinen. Irgendwie sind dann ein paar von uns noch zu FY gegangen. Einfach, weil wir es jedes Jahr so machen. Erdbeere, Heidelbeere und Schokolade. Ich liebe dieses Eis. Wir saßen da, haben geredet, gelacht, Videos vom Abtanzball angeschaut und noch mehr gelacht. Ich werde sie so furchtbar vermissen. Sie und Herrn H. und Frau S. "Man kann nur einmal im Leben Glück haben.", hat meine Freundin gesagt, als wir am Freitag die neuen Klassenlisten bekamen. Wahrscheinlich hat sie recht. Ich wollte unbedingt meine Mathelehrerin und meinen Griechischlehrer behalten. Ich hasse Lehrerwechsel. Ihr Unterricht war so perfekt. In Griechisch hab ich noch keine Lücke, ich hab's verstanden und wir sind fünf Lektionen vor den anderen Klassen. Die einzige Note, über die ich mich wirklich gefreut habe war Physik... und Sport vielleicht auch. F&L ein "sehr gut" (ich wär auch unglaublich enttäuscht gewesen, wenn es nicht so wäre). Der Rest war einfach nur enttäuschend. Ich hasse meine scheiß-mündlichen Noten. Ich hasse meine Geschichtsnote, oh gott, die ist sowas von am Abgrund. Ich werde Latein lernen in den Ferien, das haben H. und ich schon lange abgemacht. Ich will in die 9te wenigstens mit ein paar grundlegenden Fähigkeiten in Latein beginnen. Ich hasse das. Die Ferien werden grausam und die neue Klasse erst recht.
20150710
9f
Es klingt so seltsam, so fremd. Was soll dieses "f"? Wir waren immer die "c". Wir waren ihre kleinen Schnullis, waren zusammen auf der Hödhütte, haben gesehen wie Fr. F. "Eye of the tiger" gesungen hat, als M. seine Skier verloren hatte und den ganzen Hausberg wieder runter laufen musste, wie Fr. M. Schlitten gefahren ist und dabei ihr Knopf abgefallen ist. Wir haben "Achim mit DIE Axt" gemalt, unsere Namen auf das dunkle Holz geschrieben, wie es schon so viele vor uns getan haben.
Und in vier Tagen wird es vorbei sein. Mit uns, mit dem "c", mit den gemeinsamen Erinnerungen. Verdammt, es wird so seltsam ohne euch sein.
20150709
zukunftspläne
Schöne Menschen haben es leichter im Leben. Ich beneide sie. Jeden einzelnen. Nicht jeder kann schön sein, aber jeder kann schöner werden. Vielleicht wird es hart werden, vielleicht nicht. Ich weiß es nicht, bin unentschlossen und unsicher. Weiß nicht, was das beste ist. Ich habe Angst nochmal zu Versagen. Ich will mich nicht wieder selbst enttäuschen. Ich will nicht mehr beleidigt, angestarrt, ausgelacht werden. Ich will keine Kommentare mehr hören, keine dummen Blicke ertragen müssen. Oh Gott, was würde ich dafür geben nicht ich zu sein.
das schwarze auf dem weißen
Nein, ich weiß nicht wieso mir all das so viel bedeutet. Diese einfachen Zahlen, schwarz auf weiß, der Geruch von Druckertinte in der Luft, das falsche Lächeln. Nein, ich will keine schönen Ferien, kein freundliches Handschütteln und auch kein Lob fürs Versagen. Ich will besser sein. Besser, als andere. Ich will keine lächerliche Zwei in Griechisch oder Geschichte. Ich will nicht mehr jedes verdammte mal dasitzen und schon wissen, was gleich gesagt werden wird. Ich will endlich mal stolz sein können. Auf mich.
zwischen wollen und werden
Ich denke, zu den schwersten Dingen der Welt gehört es, sich selbst zu akzeptieren. Mit Fehlern klarzukommen, das Versagen auszuhalten, versuchen den Perfektionsdrang zu ignorieren.
Vielleicht sind das nicht gerade meine Stärken. Und vielleicht gehöre ich nicht zu den Menschen, die irgendwann mit sich selbst zufrieden sein werden. Dieser Traum lebt doch in uns allen. Der Drang, dieses unendliche Verlangen nach Perfektion, Erfolg, Disziplin und Schönheit. Vielleicht ist es ein wahnsinniger Traum. Aber vielleicht auch nur das tiefe Verlamgen sich endlich zu beweisen, endlich stolz sein zu können.
In den letzten Wochen ist es schlimmer geworden. Die kritischen Blicke, die ich mir selbst jedesmal, wenn ich an einem Spiegel vorbei gegangen bin, zugeworfen habe. Veränderungen, die mich verwirrt haben, vor denen ich schreckliche Angst habe. Vielleicht fehlt mir nur Kontrolle. Mehr Bewusstsein für das, was ich tue. Mehr Disziplin und Ausdauer. Es ist der Drang sich zu beweisen, Disziplin zu zeigen, Kontrolle. Ich will dieses nächste Jahr mit Stolz beginnen können. Ich will mich nicht mehr schämen, sobald ich die kühlen, wunderschönen Flure betrete. Ich will nie mehr Versagen. Ich will glücklich sein, trotz der Veränderungen.
"Veränderungen sind nie gut."
Dr. Sheldon Lee Cooper
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